Die Frauen Union der CDU Deutschlands lehnt Leihmutterschaft in Deutschland, auch in altruistischen Modellen, strikt ab.
Grundsätzliche Haltung
Die Frauen Union betont, dass Leihmutterschaft mit erheblichen ethischen, rechtlichen und praktischen Bedenken verbunden ist. Selbst bei altruistischen Modellen besteht ein hohes Risiko für Ausbeutung, Missbrauch und Umgehungen. Die Organisation verweist auf internationale Erfahrungen, insbesondere in den USA, wo Leihmutterschaft oft kommerziell betrieben wird und Frauen aus finanzieller Not ihre Dienste anbieten.
Die Frauen Union argumentiert, dass eine klare Trennung zwischen altruistischen und kommerziellen Interessen rechtlich nicht möglich ist und Frauen unter emotionalem Druck oder finanzieller Abhängigkeit stehen könnten, wenn Leihmutterschaft zugelassen würde. Das Europäische Parlament hat Leihmutterschaft als sexuelle Ausbeutung ärmerer Frauen und als Verletzung der Menschenwürde verurteilt.
Aktuelle politische Debatte
Die Kontroverse um Jens Spahn, dessen Sohn in den USA von einer Leihmutter geboren wurde, hat die Diskussion erneut belebt. Die Frauen Union in Schleswig-Holstein und Thüringen sowie die CSU in Bayern bekräftigten, dass Leihmutterschaft in Deutschland verboten bleibt und dass der Schutz von Frauen und Kindern Vorrang hat.
Einige Vertreterinnen der Frauen Union fordern sogar den Rücktritt von Spahn, da sein Vorgehen als Widerspruch zur Parteiposition und zu den moralischen Grundsätzen der CDU wahrgenommen wird. Gleichzeitig wird betont, dass die gesetzliche Lage in Deutschland gut begründet ist und keine Änderungen notwendig sind.
Rechtliche Lage in Deutschland
Leihmutterschaft ist in Deutschland durch das Embryonenschutzgesetz ausdrücklich verboten. Ärzte, die eine Leihmutterschaft herbeiführen, können mit bis zu drei Jahren Haft bestraft werden, während die „Wunscheltern“ rechtlich nicht belangt werden. Nach deutschem Familienrecht gilt die Frau, die das Kind geboren hat, als rechtliche Mutter.
Zusammenfassung
Die Frauen Union der CDU steht klar gegen jede Form der Leihmutterschaft in Deutschland. Die Argumente umfassen:
- Schutz der Frauen vor Ausbeutung und gesundheitlichen Risiken
- Wahrung der Menschenwürde
- Vermeidung eines kommerziellen Reproduktionsmarktes
- Einhaltung der gesetzlichen Regelungen und ethischen Grundsätze
Die aktuelle Debatte zeigt, dass die Position der Frauen Union auch in der Partei kontrovers diskutiert wird, insbesondere im Kontext internationaler Praxisfälle wie dem von Jens Spahn.
Source:
frauen union leihmutterschaft
38. Parteitag der CDU Deutschlands, Stuttgart, 20.2.2026 – 21.2.2026
Antrag O06: Verbot altruistischer Leihmutterschaft in Deutschland
Antrag O06
